Vollständiges Glossar der Tanker-, Ölschifffahrts- und Schifffahrtsbegriffe. Von AIS bis VLCC — alles zum Verständnis der globalen Tankerverfolgung.
Ein Rohöltanker mit einer Tragfähigkeit (DWT) zwischen 200.000 und 320.000 Tonnen. VLCCs sind die Arbeitspferde des Langstrecken-Rohöltransports und verkehren typischerweise auf Routen vom Persischen Golf nach Ostasien und von Westafrika nach Europa. Sie können etwa 2 Millionen Barrel Rohöl transportieren.
Die größte Klasse von Öltankern mit einer Tragfähigkeit über 320.000 Tonnen. ULCCs sind in der modernen Schifffahrt selten aufgrund von Tiefgangbeschränkungen in Häfen und dem Rückgang sehr langer Routen.
Ein Tanker, dessen Größe eine voll beladene Passage des Suezkanals ermöglicht, typischerweise 120.000–200.000 DWT. Der Name bezieht sich auf die maximale Größe für die Kanaldurchfahrt. Suezmaxe sind vielseitige Schiffe auf Mittelstreckenrouten.
Ein mittelgroßer Tanker von 80.000–120.000 DWT. Der Name leitet sich vom Average Freight Rate Assessment (AFRA)-System ab. Aframaxe sind die häufigste Tankergröße, ideal für Häfen mit Tiefgangbeschränkungen.
Ein Schiff, das durch die ursprünglichen Panamakanal-Schleusen passt, typischerweise 60.000–80.000 DWT. Nach der Kanalerweiterung 2016 bezeichnet "Neopanamax" größere Schiffe für die neuen Schleusen.
Ein spezialisierter Tanker für den Transport von verflüssigtem Erdgas bei ca. −162°C. Moderne LNG-Carrier haben typischerweise eine Kapazität von 125.000–180.000 Kubikmetern mit Membran- (GTT) oder Kugeltank-Systemen (Moss).
Ein Tanker für den Transport flüssiger Chemikalien. Chemietanker haben spezielle Beschichtungen (Edelstahl, Epoxid, Zink) und werden nach IMO-Typ 1, 2 oder 3 klassifiziert.
Ein schwimmendes Schiff für Offshore-Ölförderung, -lagerung und -verladung. FPSOs sind an Ölfeldern verankert, verarbeiten Rohöl und verladen es regelmäßig auf Shuttle-Tanker.
Das Gesamtgewicht, das ein Schiff tragen kann, einschließlich Ladung, Treibstoff, Besatzung und Ballastwasser. Gemessen in metrischen Tonnen.
Ein Maß für das gesamte Innenvolumen eines Schiffes, nicht das Gewicht. Eine Bruttoregistertonne entspricht 100 Kubikfuß (2,83 m³). Wird für Hafengebühren und Kanalabgaben verwendet.
Die maximale Länge eines Schiffes, gemessen vom vordersten Punkt des Bugs bis zum hintersten Punkt des Hecks. Bestimmt den Zugang zu Häfen und Kanälen.
Die Breite eines Schiffes an der breitesten Stelle. Zusammen mit Tiefgang und LOA bestimmt die Breite die Kanal- und Hafenzugänglichkeit.
Der vertikale Abstand zwischen Wasserlinie und Schiffsboden (Kiel). Der Tiefgang bestimmt, welche Häfen und Wasserstraßen ein Tanker nutzen kann.
Ein Schiff mit Ladung. Ein beladener Tanker liegt tiefer im Wasser. Auf TankerMap werden beladene Tanker durch größeren Tiefgang und Zielhafen-Muster identifiziert.
Ein Schiff ohne Ladung, das Meerwasser als Ballast führt. Ballastfahrten folgen typischerweise der Entladung. Das Ballastwasser-Management wird von der IMO reguliert.
Der Transfer von Ladung zwischen zwei Schiffen, die auf See nebeneinander vertäut sind. STS-Operationen werden zunehmend im Zusammenhang mit Sanktionsumgehung überprüft.
Der Prozess der Ladungsübertragung von einem großen auf ein kleineres Schiff zur Tiefgangsreduzierung. Üblich bei VLCCs, die viele Häfen voll beladen nicht anlaufen können.
Unraffiniertes Erdöl. Wichtige Benchmarks sind Brent (Nordsee), WTI (USA), Dubai/Oman (Naher Osten), Urals (Russland) und ESPO (russischer Pazifik).
Eine enge Wasserstraße, die den Seeverkehr bündelt. Engpässe sind strategisch bedeutsam, da Störungen die globale Ölversorgung beeinträchtigen können.
Ein Routensystem der IMO zur Trennung gegenläufiger Verkehrsströme in stark befahrenen Gewässern. Besteht typischerweise aus Fahrspuren, getrennt durch eine Trennzone.
Die Durchfahrt eines Schiffes durch eine künstliche Wasserstraße wie den Suez- oder Panamakanal. Erfordert Buchung, Gebühren und oft lokale Lotsen.
Der Markt für Tankercharter für einzelne Reisen zu aktuellen Marktpreisen. Spot-Raten werden in Worldscale-Punkten oder USD pro Tonne angegeben.
Ein Vertrag, bei dem ein Schiffseigner ein Schiff für einen festen Zeitraum vermietet. Der Charterer zahlt eine tägliche Mietrate und Reisekosten.
Ein standardisiertes Frachtraten-System für Tankerreisen. WS100 ist der Referenzpreis. Spot-Raten werden als Prozentsatz angegeben.
Contango: Terminpreise über Spotpreisen — Öllagerung auf Tankern lohnt sich. Backwardation: Terminpreise unter Spotpreisen — Lagerung unrentabel.
Ein Mechanismus der G7, EU und Australiens (2022): Russisches Öl darf nur mit westlichen Diensten transportiert werden, wenn es unter dem Preisdeckel ($60/Barrel) gekauft wird.
Eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen für Sicherheit, Schutz und Umweltleistung der internationalen Schifffahrt.
Inspektionen durch nationale Behörden an ausländischen Schiffen in ihren Häfen. PSC-Inspektoren überprüfen die Einhaltung internationaler Standards.
Eine unabhängige Organisation, die technische Standards für Schiffbau und -wartung setzt. Wichtige Klassifikationsgesellschaften sind DNV, Lloyd's Register, Bureau Veritas und ClassNK.
Ein gegenseitiger Versicherungsverein für Haftpflichtversicherung von Schiffseignern. P&I-Deckung ist für Schiffe eingeschränkt, die russisches Öl über dem Preisdeckel transportieren.