Der Ölpreis fiel deutlich unter 100 Dollar je Barrel, nachdem Washington und Teheran eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart hatten, die auch koordinierten sicheren Verkehr durch die Straße von Hormus umfasst. Damit wurde ein Teil der extremen Kriegsprämie aus dem Rohölmarkt genommen. Der Rückgang ist eine der schnellsten Gegenbewegungen der jüngsten Rally, doch Händler beobachten weiter, ob die Vereinbarung lange genug hält, um den Tankerverkehr zu normalisieren und Raffinerien zu signalisieren, dass gestörte Lieferungen aus dem Nahen Osten wieder anlaufen können.

TankerMap-Daten zeigen, warum die Marktreaktion weiter eng mit der Schifffahrt verknüpft bleibt. Die Plattform verfolgt 3.201 Rohöltanker und 155 Energiehäfen weltweit, darunter 36 Ölexport- und 26 Ölimporthäfen. Live-Daten am Mittwoch zeigten Rohöltanker wie TORM EVOLVE und ANDRE REBOUCAS vor dem Raum Singapur auf Reede, während POLAR ENDEAVOUR im Pazifik unterwegs war. Das unterstreicht, wie schnell sich Flottenpositionierung und Routenwahl ändern können, wenn sich das Risiko rund um Hormus verschiebt. Selbst bei fallenden Preisen dürfte ein Teil der geopolitischen Prämie bestehen bleiben, bis Reeder wieder Vertrauen in regelmäßige Golf-Passagen gewinnen.