Die Straße von Hormus bleibt trotz Waffenruhe faktisch geschlossen, der Zugang ist weiter eingeschränkt, sagte ein führender Ölmanager aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Einschätzung verstärkt die Sorge am Markt, dass die Schifffahrt im Golf noch nicht zu normalen kommerziellen Bedingungen zurückgekehrt ist, auch wenn einzelne Schiffe den Transit testen und politische Entscheidungsträger freie Navigation fordern.

Für Rohöl- und Produktströme ist dieser Unterschied entscheidend. Eine Wasserstraße, die technisch offen, operativ aber eingeschränkt ist, kann Ladungen weiterhin verzögern, Frachtraten verzerren und Reeder dazu bringen, mit neuen Reisen auf klarere Sicherheitssignale zu warten. Diese Unsicherheit belastet Exportprogramme im gesamten Golf und stützt die Nachfrage nach alternativen Bezugsrouten, darunter US-Rohöl und andere Nicht-Nahost-Barrels.

Die Daten von TankerMap zeigen die Größenordnung des Risikos mit 3.201 Rohöltankern und 904 LNG-Tankern über ein Netzwerk von 155 Häfen weltweit. Solange der Zugang durch Hormus eingeschränkt bleibt, dürften Schiffspositionierung, Versicherungsprämien und Charterentscheidungen volatil bleiben. Die Einschätzung aus den VAE erinnert daran, dass der Schifffahrtsmarkt weiterhin mit einem eingeengten Korridor und nicht mit einer vollständigen Wiedereröffnung arbeitet.