Washington hat eine staatlich gestützte maritime Versicherungslösung für Fahrten durch die Straße von Hormus auf 40 Milliarden Dollar verdoppelt und damit den Versuch ausgeweitet, den kommerziellen Verkehr in einen der wichtigsten Energieengpässe der Welt zurückzuführen. Sechs weitere Privatversicherer stoßen unter Führung von Chubb hinzu, doch die Marktreaktion bleibt verhalten: Reeder gewichten Raketenbedrohungen, Drohnenangriffe und elektronische Störungen weiterhin höher als die reine Verfügbarkeit von Deckung.

Für den Öl- und LNG-Transport ist damit die zentrale Frage nicht mehr nur der Versicherungsschutz, sondern das akzeptable Risikoniveau. TankerMap verfolgt weltweit 4.105 Schiffe, darunter 3.201 Rohöltanker und 904 LNG-Tanker. Das zeigt, wie schnell anhaltende Störungen in Hormus auf Frachtraten, Exportpläne und die Versorgung von Raffinerien durchschlagen können. Die Plattform beobachtet zudem 155 Energiehäfen weltweit – von LNG-Terminals bis zu Ölexporthäfen – und macht sichtbar, wie Umleitungen oder Verzögerungen nahe dem Golf zu Hafenstaus und veränderter Schiffspositionierung führen.

Auch mit zusätzlicher Versicherungskapazität dürfte sich der Verkehr erst dann erholen, wenn Reeder eine spürbare Verbesserung der Sicherheitslage erkennen. Bis dahin bleibt die Meerenge theoretisch offen, in der Praxis für viele kommerzielle Betreiber jedoch eingeschränkt.