Neue US-Geheimdienstbewertungen deuten darauf hin, dass Teheran wenig Anreiz hat, den Verkehr durch die Straße von Hormus kurzfristig vollständig zu normalisieren. Der Druck auf die Wasserstraße bleibt eines der wirksamsten Mittel Irans gegenüber den globalen Ölmärkten. Da rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels an diesem Engpass hängt, wirken selbst teilweise Störungen weiter auf Frachtrisiken, Tankerverfügbarkeit und die Wirtschaftlichkeit von Reisen weit über den Golf hinaus.
Für die Schifffahrtsmärkte geht es damit nicht mehr nur um die technische Offenheit von Hormus, sondern darum, ob die Passage in großem Stil kommerziell nutzbar ist. TankerMap verfolgt weltweit 4.105 Schiffe, darunter 3.201 Rohöltanker und 904 LNG-Tanker, und zeigt damit, wie anhaltende Einschränkungen die Flottenpositionierung in mehreren Regionen verändern können. Die Plattform beobachtet zudem 155 Energiehäfen und hilft einzuordnen, wie Umleitungen, Wartezeiten und selektive Fahrten auf Raffinerieversorgung, Exportprogramme und Hafenaktivität im weiteren Energiesystem durchschlagen.
Ohne eine spürbare Verbesserung der Sicherheitslage dürften Reeder Hormus weiter als Hochrisikokorridor und nicht als normalisierte Handelsroute betrachten. Damit bliebe der Druck auf den Öltransport auch ohne formale Schließung der Passage bestehen.