Reeder mit im Persischen Golf festsitzenden Schiffen bereiten sich nach der teilweisen Wiederöffnung der Straße von Hormus durch die Waffenruhe zwischen den USA und Iran auf eine mögliche Ausfahrt vor. Viele Betreiber halten sich jedoch noch zurück, bis Routenanweisungen und Sicherheitsverfahren klarer sind. Diese Zurückhaltung zeigt, dass der kommerzielle Verkehr selbst mit einer diplomatischen Pause nicht sofort auf Normalniveau zurückspringen dürfte, weil Besatzungen, Versicherer und Charterer erst Vertrauen brauchen, dass die Passage lange genug offen bleibt.
Daten von TankerMap verdeutlichen die Größe des Marktes, der auf diesen Korridor blickt. Die Plattform verfolgt insgesamt 4.105 Schiffe, darunter 3.201 Rohöltanker und 904 LNG-Tanker, sowie 155 Energiehäfen weltweit. Live-Daten am Mittwoch zeigten Rohöltanker weit außerhalb des Golfs auf alternativen Routen, während Import- und Exportdrehscheiben im System weiterhin eine vorsichtige Neupositionierung erkennen ließen. Für die Schifffahrtsmärkte wird der nächste Test nicht nur sein, ob Schiffe Hormus verlassen können, sondern ob Eigner die Lage für stabil genug halten, um in größerem Umfang zu fahren.