Die physischen Rohölpreise in der Nordsee steigen weiter, obwohl die Waffenruhe zwischen den USA und Iran einen scharfen Rückgang bei den Futures ausgelöst hat. Das ist ein Zeichen dafür, dass das kurzfristige Angebot knapp bleibt. Die starke Nachfrage nach Ladungen zeigt, dass Raffinerien und Händler weiterhin nach Fässern außerhalb der gestörten Nahost-Routen suchen. Das unterstreicht, dass Schifffahrtsstörungen und kurzfristige Knappheit nicht verschwunden sind, nur weil die Kriegsprämie an den Papiermärkten geschrumpft ist.
Daten von TankerMap stützen dieses Bild anhaltender Belastung in der Rohöllogistik des Atlantikbeckens. Die Plattform verfolgt 3.201 Rohöltanker und 155 Energiehäfen weltweit. Live-Daten am Mittwoch zeigten Rohöltanker wie EAGLE BALDER in Norddeutschland, VIOLANDO nahe Rotterdam und FORTALEZA KNUTSEN vor Dänemark auf Reede, während große regionale Drehscheiben wie Rotterdam Europoort und Mongstad weiterhin aktiven Ölverkehr abwickelten. Trotz beruhigender Waffenruhe-Schlagzeilen signalisiert der Nordsee-Markt damit, dass nahe physische Fässer weiter schwer zu ersetzen sind.