Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus zeigte am Samstag nach mehreren Tagen der Störung erste vorsichtige Belebung. Beobachtungen deuteten darauf hin, dass drei Rohöl-Supertanker die Meerenge passierten, nachdem eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran angekündigt worden war. Zwei mit China verbundene VLCCs mit Rohölladung wurden wenige Stunden nach einem von Griechenland betriebenen Schiff in der Passage gesehen. Das spricht dafür, dass erste Marktteilnehmer testen, ob sich die Exportströme aus dem Golf wieder normalisieren können.

Von einer vollständigen Erholung kann jedoch noch keine Rede sein. Reeder, Charterer und Raffinerien verfolgen die Sicherheitslage weiter sehr genau. Jede bestätigte Zunahme bei VLCC-Transiten dürfte als frühes Vertrauenssignal für die Rohölausfuhren aus dem Golf gewertet werden. Für den Tankermarkt ist selbst ein begrenzter Anstieg der Hormus-Passagen relevant, weil die Meerenge einen entscheidenden Anteil des seegestützten Ölhandels abwickelt und Frachtraten, Versicherungskosten sowie Reiseplanung auf Asien-Routen rasch beeinflusst.

Die Datenabdeckung von TankerMap zeigt die Dimension. Die Plattform verfolgt weltweit 3.201 Rohöltanker und 904 LNG-Tanker sowie 155 Häfen, darunter wichtige Exporthäfen für Öl und LNG. Eine stabilere Wiederöffnung von Hormus würde den Druck auf Umroutungsentscheidungen senken und die Planungssicherheit für Ladeprogramme im Golf verbessern.