Hapag-Lloyd erwartet, dass der Schiffsverkehr durch den Golf selbst nach der Waffenruhe zwischen den USA und Iran bis zu zwei Monate brauchen könnte, um sich wieder normalen Mustern anzunähern. Das unterstreicht, dass Störungskosten und operative Vorsicht den ersten diplomatischen Durchbruch wohl überdauern werden. Die Warnung zeigt, dass die Wiederöffnung der Straße von Hormus auf dem Papier nur ein erster Schritt ist, weil Linienreeder, Tankerbetreiber und Ladungseigner weiter Zeit brauchen, um Fahrpläne zu stabilisieren, Schiffe neu zu positionieren und die Sicherheitslage für Routinepassagen zu bewerten.

Daten von TankerMap zeigen, wie breit die Flotteneinsätze bereits gestreut sind, während der Markt auf klarere Signale wartet. Die Plattform verfolgt insgesamt 4.105 Schiffe, darunter 904 LNG-Tanker und 3.201 Rohöltanker, über 155 Energiehäfen weltweit. Live-Daten am Mittwoch zeigten Schiffe wie CLEAN SIROCCO LNG vor Schweden auf Reede, SEAPEAK GALICIA LNG nahe Cádiz und HLS CARTAGENA LNG in Fahrt im östlichen Atlantik. Das verdeutlicht, wie Betreiber auf alternative Positionierung und verzögerte Entscheidungen setzen, weit über den Golf hinaus. Selbst mit Waffenruhe dürften Frachtkosten und Routenunsicherheit erhöht bleiben, bis das Vertrauen in den Korridor zurückkehrt.