Die europäischen Dieselgroßhandelspreise sind stark gestiegen, da Händler angesichts des Konflikts mit Iran eine knappere kurzfristige Versorgung einpreisen. Damit erreichten die Preise den höchsten Stand seit rund vier Jahren. Die Entwicklung zeigt, dass sich der Markt für Mitteldestillate schneller verengen kann als der Rohölmarkt, wenn Käufer um begrenzte Ladungen konkurrieren und Raffinerien mit Ausfallrisiken konfrontiert sind.
Für die Schifffahrtsmärkte ist der Anstieg mehr als nur ein Thema für Verbraucherpreise. Höhere Diesel-Margen können die Raffinerieauslastung verändern, die Nachfrage nach Produktentankern beeinflussen und Ladungsströme nach Nordwesteuropa umlenken. Nach Daten von TankerMap verfolgt die Plattform weltweit 4.105 Schiffe, darunter 3.201 Rohöltanker und 904 LNG-Tanker, sowie 155 Häfen. Das verdeutlicht, dass anhaltende Spannungen rund um Exportwege am Golf oder regionale Raffinerieausfälle rasch auf Frachtraten, Bunkerkosten und Hafenaktivität in Europa und im Mittelmeerraum durchschlagen können.