Citi erwartet, dass Brent-nahe Ölpreise bei anhaltender Störung der Straße von Hormus auch einen weiteren Monat lang Richtung 110 US-Dollar je Barrel steigen können. Grundlage der Annahme sind fortbestehende Verzögerungen im Golf-Transport und höhere Transit- sowie Versicherungsprämien, nicht eine plötzliche Angebotsverknappung weltweit.

Je länger die Passage im Hormus-Korridor eingeschränkt bleibt, desto größer wird die Lücke zwischen Raffinerienachfrage und Verfügbarkeit von Tankern. Charterer müssen enger planen, Umleitungsentscheidungen langsamer treffen und höhere Frachtraten tragen, weil Betreiber risikoadäquate Voyages bevorzugen. Für TankerMap ist die Wirkung klar: Von 4.105 beobachteten Schiffen sind 3.201 Rohöltanker und 904 LNG-Tanker, sodass ein anhaltender Engpass die kurzfristige Verfügbarkeit von Ladungen schnell einengt und die Raten über verbundene Routen und Häfen anhebt.

Das Risiko liegt weniger in einer einzelnen Schlagzeile als in kumulativer Frachtschwankung, in der Handel und Raffinerien Zuverlässigkeit vor reiner Tarifpreisvorteil stellen. Das erhöht mittelbar die Kosten für Schifffahrt, Versicherung und nachgelagerte Treibstoffpreise.